Montag, 8. Juli 2013

Dreamless City - Schatten deiner Selbst von Maren Heumann - Teil 2

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Über die obersten fünf Etagen des Hochhauses erstreckten sich die Räume, in denen die Unterrichtseinheiten stattfanden. Für den Fall einer Evakuation standen die Chance zu überleben in dieser Höhe zwar schwindelnd gering, doch ich war mir sicher, dass keiner auch nur auf die Idee kommen würde, die Sicherheit, die Regierung ihrer Bürger bot, anzuzweifeln oder gar in Frage zu stellen.
Unzählige Fahrstühle gingen vom ausladenden Atrium aus und die Menschen verteilten sich gesittet und friedlich, wenn auch ein paar sehr gestresst wirkten, auf die nach und nach eintreffenden Aufzüge. Ich träumte gerade mit offenen Augen, als ich hart angerempelt wurde und einfach in die offene Fahrstuhltür gedrängt wurde. Verwirrt und verärgert über die grobe Umgangsweise sah ich mich nach dem Urheber schlechter Laune um und entdeckte einen untersetzten, kleinen Mann, mit schütterem grauen Haar, der nach mir die Kabine betrat. Als ich seinem abweisenden Blick begegnete, wand ich meinen Blick sofort zurück auf die Spitzen meiner schwarzen Sneaker. Aus den Augenwinkeln nahm ich wahr, wie der ältere Herr seine Tageszeitung aufschlug und sich nicht darum kümmerte, ob er damit andere Mitfahrer belästigte. Verkrampft wartete ich, bis die sich der Fahrstuhl leerte und einige Etagen vor meinem Ziel auch der unfreundliche Mann den klimatisierten Aufzug verließ. Ich wollte bereits erleichtert ausatmen, als sich eine kräftige Hand durch die sich schließenden Türen schob.


Kapitel 3

Alles was man vergessen hat, schreit im Traum um Hilfe. -
Elias Canetti

Erschrocken wich ich zurück, bis ich mit dem Rücken gegen die metallische Verkleidung des Aufzuges stieß. Mit pochendem Herzen beobachtete ich, wie sich die beiden Türen scheinbar wie in Zeitlupe erneut öffneten. Mein Blick sprang gehetzt zu dem Knopf, der die Türen wieder schließen würde, doch es war bereits zu spät und sich ein breiter Oberkörper, auf dem ein kräftiger Hals und ein bekanntes Gesicht thronten, in die Kabine schob. Erleichtert entließ ich den angehaltenen Atem aus meinen Lungen.
„Verdammt, Sam, jag' mir nicht so einen Schrecken ein. Ich dachte... ich... keine Ahnung, was ich gedacht habe. Du hast mich erschreckt.“ Langsam nahm ich die Hand von meinem Herzen und warf Sam einen strafenden Blick zu.
„Ich habe dich im Aufzug gesehen, als in meinem grade einer ausgestiegen ist. Also dachte ich, ich komm mal schnell rüber.“ Sams freches grinsen zauberte zwei Grübchen in seine Wangen und mein Herzschlag schien sich noch weiter zu beschleunigen anstatt sich zu beruhigen, jetzt, wo mir keine Gefahr bevorstand. Verwirrt schüttelte ich den Kopf um wieder zu Verstand zu kommen. Gerade rechtzeitig, ob die Frage meines besten Freundes zu verstehen.
„Hey Dylan, kann ich mir deinen Zugang ausborgen? Ich hab meinen mal wieder vergessen...“, bat er und fuhr sich wie so oft mich seinen Fingern durch das dichte, blonde Haar. Ich lachte und schüttelte nur mit dem Kopf, während wir den Fahrstuhl verließen und auf unseren Unterrichtsraum zuhielten.



Kommentare:

  1. Juhu, es geht weiter :D
    Zwar ist der neue Abschnitt recht kurz, aber gut gelungen :)
    Wer wohl dieser Mann im Fahrstuhl war, der unserer Hauptperson so gar nicht sympathisch war? Ich bin gespannt.

    Eine Frage habe ich mal an dich:
    Schreibst du momentan gerade an der Geschichte und veröffentlichst hier das, was du dann fertig hast? Oder bist du quasi schon fertig und stellst es hier jetzt nach und nach online?

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  2. Freut mich, dass du weitergelesen hast! Ja ich habe ihn am Sonntag Abend schnell hingetippt, weil ich am Montag ne Klausur hatte für die ich noch lernen musste :D

    Damit hab ich die Frage quasi schon beantwortet:
    Ich schreib immer was und lasse es dann posten. Schön wärs wenn ich die Geschichte schon fertig hätte und das Ende von Dylan und dem Kanalkriecher feststehen würde :D
    Ich schreibe immer so nach Nachfrage. Solange jemand weiterliest, schreibe ich auch weiter :P :D

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    1. Ja, das kenne ich. Ich schreibe auch nur weiter, wenn meine Testleser mir Feedback geben, dass sie weiterlesen wollen :D
      dann ist die motivation viel größer, wenn man weiß, dass interesse besteht ;)

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  3. Mich würde auch sehr interssieren wie es weitergeht :D
    Klingt nämlich wirklich spannend, ich mag solche Geschichten in denen es um Überwachung und alles geht.
    Also bitte, bitte weiterschreiben :)

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