Freitag, 4. Oktober 2013

Converter von Jack - Teil 11

Kapitel 15

Lyréssa strich mit den Händen durch die Luft. Sie war voll konzentriert und versuchte, das Feuer festzuhalten, doch es gelang ihr zusehends weniger. „Wo ist Hank?“, fragte sie. Florence stotterte und Lyréssa verstand sie nicht. „Wo?“, fragte sie. „Da drin.“, erklärte Florence und deutete in die Flammen. „Da war ein Baum, der...“, Lyréssa unterbrach sie mit einem schrillen Pfeifen. Drei Pferde, ein Schimmel, ein fuchs und ein Rappe, allesamt durchtrainierte Warmblüter, kamen angeprescht. Der Schimmel war besonders schön und sein helles Fell schimmerte im Sonnenlicht. Der Fuchs hingegen war der schnellste der drei und besonders muskulös. Der dritte, der Rappe, war vollkommen schwarz, von Kopf bis fuß. Er war schnell und konnte locker mit dem Fuchs mithalten. Er war mit narben überseht und die Augen blickten wehmütig zu den Seiten. Vor Lyréssa blieben sie stehen und der Schimmel riss die Vorderhufe in die Luft und wieherte laut. Er blieb kurze zeit in dieser Pose stehen, dann stellte er sich neben die anderen. Lyréssa gab Florence die Zügel des Rappens und befahl: “Reite weg, ich kann das Feuer nicht länger aufhalten. Verschwinde und...“, doch Florence schüttelte den Kopf. „Ich bleibe hier und rette Hank.“, machte Florence geltend.
Lyréssa gab auf, Florence war nicht von ihrem Vorhaben abzubringen. Außerdem brauchte sie jede Hilfe die sie kriegen konnte und sie hatte keine Zeit um zu diskutieren. Darum ließ sie sich darauf ein. Sie gab Florence einen Schlauch. „Hier ist Wasser drin. Dann kannst du das Wasser zum löschen nutzen.“ Florence nickte der Frau noch einmal ermutigend zu. Dann wagte sie einen Schritt in die nähe das Prasselnden Waldes, der in der dunklen Nacht zu erstrahlen schien. Funken flogen und Holz knackte. Der Rauch stieg Florence wieder in die Augen und sie fingen an, zu tränen. Davon erschrocken, trat sie einen Schritt zurück, doch Lyréssa schob sie voran. Florence legte die Hände auf den Schlauch und konzentrierte sich. ‚Komm heraus’, dachte sie und das Wasser tat, was geheißen. Florence formte einen Schild. „Der Wird dir nicht helfen!“, erklärte ihr Lyréssa. Sie musste schreien, um das Laute Feuer und die knarrenden Äste zu übertönen. Sie holte ihr Wasser aus dem Schlauch und bewehte die Wasserkugel langsam, in kreisenden Bahnen um ihren Körper. Schneller und Schneller begann der Kreisel zu Fliegen. Lyréssa bewehte die Hände nur ganz leicht. Dann zog sie, während die Kugel kreiselte, einen dünnen Wasserfaden heraus und band ihn, mit ihren Kräften, an ihrer Jacke fest. Der ball kreiselte von ganz alleine. „Binde das Wasser an dein Herz, dann wird es tun, was du willst", erklärte Lyréssa. Florence versuchte es. Zwar war ihre Kugel nicht so schnell wie Lyréssas, aber es schien zu reichen, denn Die alte wandte sich zufrieden nickend ab. „Zeige mir, wo Hank ist.“, befahl sie Florence. Diese nickte. Florence lief voraus, gefolgt von Lyréssa. Der Hitzeschild von Florence kühlte die Brandblasen und hielt die meiste Hitze ab. Doch lange würde das Wasser nicht reichen. Florence erreichte einen Umgestürzten Baum und blieb stehen. Lyréssa hielt neben ihr an. „Da ist er.“, erklärte Florence und deutete auf den Baum. Die beiden Frauen gingen auf den Baum zu. Als Florence über die Kohlschwarze Rinde blickte, sah sie – nichts. Panik ergriff sie. Hank war nicht da! Sie war falsch gegangen. Lyréssa war ebenfalls schockiert. Florence war verzweifelt. Si war Schuld, dass Hank elendig verbrennen musste. „Hank!“, schrie sie durch den Rauch und musste unweigerlich husten. Tränen schossen ihr in die Augen. „HANK!“, schrie sie wieder. Sie hatte ihn wieder verloren. Für immer. Weil sie versagt hatte. Hanks Trauer verwandelte sich in blinde Wut. Sie stampfte auf den Boden auf. „Ich bin ein Versager! Ich bin Schuld! Ich!“ Diese eigenartige Mischung aus Selbstzweifel, Trauer und Wut hatte Florence noch fast nie gehabt. Sie schrie laut auf. Es war ein klagender Wutschrei. Lyréssa zerrte sie zurück. „Wir müssen hier raus, sonst sterben wir auch. Aber Florence versuchte, sich loszureißen. Mit aller kraft wirkte sie dem Sog der alten Frau entgegen. Mit geballter Faust schrie sie: „HANK! KOMM SOFORT HIERHER!“, sie schrie wild und biss sich dann auf die Lippen, um nicht noch einmal loszubrüllen. Dann spürte sie, wie ihre Gefühle entwichen, als wenn man alle Luft aus einem Luftballon lässt. Es war ein eigenartiges und unangenehmes Gefühl. Als alles vorbei war, viel sie in sich zusammen, wie ein Sack Kartoffeln. Es zischte laut. Dann begann Florence plötzlich, vom Boden abzuheben. Sie Flog. Nein. Sie Flog nicht. Sie schwamm. Wasser umspülte ihren Körper. Kühles, frisches Wasser. Florence sah, wie das Wasser bergauf floss, sich um Ecken wand und Graben und Herhabgefallene Bäume überwand. Es zischte und die Menge des Wassers wurde allmählich weniger. Der Fluss wurde schmaler und schmaler und schmaler. Bis der Strom versiegte. Plötzlich saßen Florence und Lyréssa, die mit gespült worden war, auf dem feuchten Boden. Die beiden sahen sich verdutzt an. Doch bevor jemand erklären konnte, was gerade geschehen war, hörten sie jemanden rufen. „HILFE! Florence! Mutter!“, Florence wusste sofort, wer gerufen hatte. „Hank!“, schrie sie. Florence faste neuen Mut und sprintete in die Richtung aus der Sie Hank rufen gehört hatte. Schneller und schneller wurde sie, sodass Lyréssa nicht mehr mithalten konnte. Tränen der Erleichterung fielen ihr in Tropfen vom Gesicht und verdampften auf dem heißen brennenden Boden. „Hank, ich bin wieder da, flüsterte sie. Sie sprang über den Stamm und drückte, so stark sie Konnte. Lyréssa tauchte hinter ihr auf und half mit. Gemeinsam gelang es ihnen, den Stamm wegzuziehen, doch als er sich bewegte, schrie Hank laut. Sein eingeklemmter Fuß schmerzte. Lyréssa untersuchte sein Bein. „Gebrochen.“, sagte sie kurz angebunden. „Wir müssen den Baum irgendwie leichter machen. Sonst kriegen wir ihn hier nicht weg. Hast du etwas dabei, womit es funktionieren könnte?“, fragte die alte. Florence dachte angestrengt nach. Ihr fiel nichts ein. Mit ihren Kräften würde es nicht funktionieren. Etwas Spitzes hatte sie nicht dabei. Und in Wasser verwandelt hatte sie Bäume nur einmal, und das ganz unbewusst. „Dann müssen wir ihn betäuben.“, erklärte Lyréssa. „Am besten...“, bevor Lyréssa weiter reden konnte hatte sich Florence auf den Boden gekniet, Die Haare hinter ihr rechtes Ohr geschoben und sich über Hank gebeugt. Als sich ihre Lippen berührten, explodierten in Hank alle Gedanken und sorgen über Andrew. Florence küsste ihn. IHN! Er konnte nicht widerstehen und küsste sie zurück. Er spürte nichts mehr, außer Florence. Er roch ihren süßen Geruch und ihren warmen Atem. Er spürte ihre Hände auf seiner Brust und ihre weichen Lippen auf seinem Mund. Langsam und widerstrebend lösten sie sich voneinander. Lyréssa hatte, mit einem langen Stock und mithilfe der Hebelwirkung und viel Kraft den Baumstamm zur Seite gerollt. „Alles muss man selber machen“, schimpfte sie. Florence und Hank mussten lachen.

Die drei hatten sich endlich aus dem Wald herausgekämpft. Nachdem sie Hank befreit hatten, musste Florence Hank stützen, weil er mit den Beinen nicht laufen konnte. Er keuchte schwer, denn sein Körper begann zu dehydrieren. Florence zerteilte ihre Wasserkugel und ließ Hank das Wasser schlucken. Es schmeckte nicht besonders gut, denn Hank verzog beim Schlucken das Gesicht. „Es ist nicht mehr weit.“, sprach Florence ihrem Freund gut zu. „Lyréssa kennt den Weg.“ Es ging nur sehr langsam voran, denn viele umgestürzte Bäume versperrten ihnen den Weg. Lyréssa musste oft mit anpacken um Hank über die wuchtigen Stämme zu bekommen. Das Feuer brannte zwar sehr heiß, doch die Wasserkugeln schützten die drei vor weiteren Brandwunden. Den Rauch konnten sie jedoch nicht abhalten. Er kam in dicken schwarzen Wolken auf sie zu. Aufgrund der fortgeschrittenen Verbrennung der Äste war er jetzt besonders schlimm. Oft musste Florence husten und keuchen, denn der rauch kam in ihre Lunge und schien, sie in tausend stücke zerreißen zu wollen. „Wir müssen“, begann sie, als ihr ein heftiger Hustenanfall das Wort abschnitt. Als sie wieder sprechen konnte setzte sie fort: „Hier raus.“ „Was meint du, versuchen wir gerade?“, fragte Hank sarkastisch. Sein rüder Ton überraschte Florence. Sonst war er immer beherrscht und ruhig, doch jetzt schien er angespannt und nervös zu sein. Wahrscheinlich weil er bereits mit seinem Leben abgeschlossen hatte, als Florence und Lyréssa ihn gerettet hatten. Vielleicht waren es aber auch nur die höllischen schmerzen im Fuß, die ihn so aggressiv machten. „Ich sehe Licht.“, rief Florence erleichtert durch den Rauch.
„Ich auch, sogar eine ganze menge. Nur so zur Info, wir stehen in einem BRENENDEN WALD! Natürlich ist hier Licht.“, entgegnete Hank scharf. Florence schüttelte den Kopf. „Nein, echtes Licht.“
„Es ist Nacht.“
„Sieht aus wie...“, begann Florence als plötzlich ein gleißender Strahl Feuer aus dem Boden zischte. Hank stieß Florence vom Feuer weg und verbrannte sich dabei am Arm. „Eine Laterne.“, beendete Florence ihren Satz, als drei weitere Personen aus dem Nichts auftauchten. „Was macht ihr hier?“, fragte einer der drei. Es war ein junger Gutaussehender Mann mit blonden haaren. „Wir haben uns verirrt und mein Freund hier ist am Fuß verletzt.“, erklärte Florence. „Ach, wirklich? Deswegen haben wir auch eure Pferde vor dem Wald reiten sehen.“, zischte ein zweiter Mann verächtlich. Die dritte Person, eine Frau, lachte verächtlich. „Dachtet ihr, ihr könnt uns mit Feuer kommen?“, fragte sie. „Wir beherrschen das Feuer.“, „Und ihr Wandlerpack könnt uns jetzt auch nicht mehr überraschen.“, fügte einer der Männer hinzu. „Wir sind keine Wandler. Wir sind Chetessen.“, erklärte Lyréssa. Florence atmete erleichtert aus. Rédniz Myts. Der Feuerstamm, der das Feuer beherrscht. Die drei begutachteten Florence, Hank und Lyréssa mit scharfen blicken. Als sie das Wasser sahen, das um Lyréssas Handgelenk spülte, nickte der Blonde Mann den anderen zu. Diese stießen Höhe, scharfe Schreie aus und das Feuer wich ihren vorgestreckten Händen. Der Anführer der Rédniz Myts verneigte sich. „Folgt mir, ich bringe euch nach Tyts.“, erklärte er und ging strammen Schrittes voraus. Die zwei anderen Feuerherrscher kamen hinter Florence und Hank langsam und rückwärtsgehend her. Florence hatte neuen Mut gefasst. Sie kam nach Tyts. Sie würde Andrew wieder sehen. Sie konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.


Kapitel 16

Als Florence die ersten viertel der Stadt erreichte, hüpfte sie vor Freude. Endlich war sie wieder da. Endlich würde sie Andrew wieder sehen. Aber nach einiger Zeit sah sie die hoffnungsvollen Gesichter der chetessen und ihr wurde mulmig. Sie alle hatten gehofft, sie wurde die anderen Réssyw Myts mitbringen. Aber wie viele waren sie? Drei. Drei kleine, Schwache Chetessen. Die depressionen kamen zurück und Florence spürte, wie sich die Selbstzweifel wie eine Glocke über sie legte. „Was ist denn?“, fragte Hank beiläufig, während er die gewaltige Stadt bestaunte. „Ich habe versagt.“, sagte sie und stöhnte. „Hast du das?“, fragte Hank. „Ja. Wir sind nur drei Chetessen, das sind zu wenig. Andrew hat erzählt, midestens 5 wären nötig. „Aber du hast mich gefunden“, erläuterte Hank. Florence lächelte unsicher. Und dann sah sie ihn Andrew. Hank hatte ihren Blick bemerkt und fragte abfällig: „Ist er das?“, Florence nickte. Sie rannte auf ihn zu und warf sich in seine Arme. „Andrew!2, schrie sie überglücklich. Hank fühlte sich wie ein Dampfkessel. Die Wut kochte in ihm und der enorme Druck der sich dabei aufbaute wollte laut kreischen. Doch er sah auch, wie glücklich Florence war und er blieb darum zum grössten teil ruhig. Nur seine Mutter, Lyréssa bemerkte seine Wut. Darum fragte sie ihn: „Du liebst sie wirklich, nicht wahr?“ , „Ja.“, antwortete Hank und ging weiter. „Wohin gehst du?“, fragte ihn seine Mutter. „Zum grossen Turm, da wird ihr Anführer sein. Ich sage ihm, das ich gehe und verlasse diese Stadt.“, erklärte er Lyréssa mit geballten Fäusten. „Du willst gehen?“, fragte sie Hank. Er nickte. „Ich habe schon viel zu viele Menschen umgebracht. Das entspricht nicht meinen Idealen.“
„Aber du tust es für einen guten Zweck.“
„Ich habe genug. Verstehst du? Und ich will nicht, das du da auch mit rein rutscht.“, machte Hank klar. „Ich bin kein Kind mehr.“, schimpfte Lyréssa. „Aber ich will nicht, dass du in gefahr gerätst.“, erklärte Hank. „Ich bin immer noch deine Mutter.“, erklärte die alte. „Und ich sorge mich nur um dich.“, Hank drehte sich zu seiner Mutter um. „Ich liebe diech, Ma.“, seufzte er. „Deswegen hast du ihr auch nichts von mir erzählt, richtig? Damit ich da nicht rein verwickelt werde.“, verstand Lyréssa. Hank nickte. Wenn seine Mutter fertig gewesen wäre, hätte er sie weg geschickt. Er hätte für die Chetessen gekämpft. Und wäre für sie gestorben. Jetzt wollte er nicht mehr. Er wollte möglichst weit weg von Florence. Und vor allem von Andre. Er erreichte den grossen Turm und wollte hinein gehen, als zwei Männer mit speeren und einem roten Blitz auf den Uniformen ich aufhielten. „Keinen schritt weiter. Wir sind die Garde des Tyr Mrit, des Turms des Rates, keiner darf ihn ohne genehmigung betreten!“ Hank verdrehte die Augen. Florence hatte ihm von diesen Wächtern erzählt. Ein Mann mit schwarzen, schulterlangen haaren und ebenfalls einer Uniform mit einem Roten Blitz, kam vom Marktplatz auf Hank und Lyréssa zu. Er hatte einen grimmigen Ausdruck auf dem Gesicht, aber als er Lyréssa sah, trat erstaunen an seine Stelle. Dann ein kurzes Blinzeln und dann ein sehnsüchtiges lachen. „Hallo, alte Freundin!“ Er kam auf die Frau zu und schüttelte ihr herzlich die Habnd. „Ich dachte, du warst tot!“, Hank spürte eine knistrnde Freude, wie eine Aura um den Mann herumtänzeln. Aber sein Gesicht behielt er unter kontrolle, er liess nur ein Lächeln über sein Gesicht huschen. Er maß mich mit einem seltsamen Blick. Dann legte er einen Arm um seine Mutter und die beiden gingen, fröhlich plauddernd, fort.
Florence und Andrew hatten sich immer noch in die Arme geschlossen. Andrews warmer Atem liess Florence Herz schneller schlagen, sein Atem betäubte ihre Sinne und ihre lippen prickelten, wenn sie ihn ansah. Sie wollten zu Andrew, ihn küssen und nie mehr aufhören. Doch Florence hielt siech zurück. Denn sie musste viele schlechte sachen melden. „Ich muss in den Tyr Mrit. Sofort.“, Andrew nickte und die beiden machten sich auf den Weg. „Wer war dieser Mann, der dich begleitet hat?“, fragte Andrew sie, als sie schnellen schrittes auf den hohen Turm zugingen. „Er heisst Hank, ein Réssyw Myts, die Frau ist Lyréssa. Ich glaube sie ist seine Mutter. Ich glaubte lange, sie wäre Tot, aber irgendwie doch nicht. Sie ist sehr mächtig, Hank auch...“, sie blieb ruckartig stehen. Plötzlich schoss ihr ein gedanke durch den Kopf. Sie wusste plötzlich, warum Hank stärker war als sie, warum er einen méleg erschaffen konnte und warum er plötzlich nicht mehr da gewesen war. Alles wurde ihr in diesem einen Moment klar. Dieser eine Moment drückte ihr herz zusammen, als stecke es in einem Schraubstock und würde gleich in Tausend stücke zerspringen, wie ein herunter fallendes glas. Ein schatten huschte über ihr Gesicht. Andrew zog fragend die Augenbrauen zusammen. Florence schüttelte den Kopf. „Nicht so wichtig.“, presste florence durch die Zähne. Andrew sah sie weiter verwundert an. Florence bemerkte das und es war ihr unangenehm, darum beeilte sie sich, schneller zum Tyr Mrit zu kommen. Kurz verlor Andrew sie aus den Augen, dann sah er sie wieder aus einem menschengemenge auftauchen. Die beiden Wächter, die sie beim ersten mal nass gespritzt hatten hielten ihr die Speere entgegen. Florence fragte höflich um einlass. Als die beiden im Turm standen fragte Andrew: „Meinst du, sie haben das letzte mal ärger bekommen?“ Florence kicherte. „Garantiert.“ Sie beschleunigte ihren Schritt und lief die gewundenen in Stein gehauenen treppenstufen hinauf. Die schwere Eichenholztür war weit geöffnet und Florence konnte den Tyr, den Rat, der Chetessen sehen. Der Rétoél, der Anführer der Chetessen sass, den weissen Bart in der Hand zwirbelnd und mit einem Schelmischem Grinsen auf seinem Stuhl in der Mitte des Raumes. Als er Florence sah, veränderte sich seine Miene. „Florence, du bist wieder da.“, stellte er mit hochgezogenen Augenbrauen fest. Er sah ihr tief in die Augen. Er verwendete die spezielle fähigkeit des Tzolbtilb stammes, der Mentale Raub, wie ihn Ékrats manchmal scherzhaft nannte. Er konnte, mit nur einem Blick in ihren Kopf eindringen. So konnte er verräter erkennen, Feiglinge identifizieren und Bilder in die Köpfe anderer malen. Doch irgendwie schaffte er es nicht, in ihren Kopf einzudringen. Florence hatte frische Narben und Brandblasen überall am Körper, es war ein Wunder, das sie noch lebte. Und stand. „Ist dir Gelungen, was du wolltest?“, fragte er sie. Florence nichkte und wurde rot. „Niemanden?“, Florence sah auf. „Doch, zwei, aber das sind zu wenige, stimmt’s?“ fragte sie. Der Rétoél nickte. Traurig sah Florence auf den Boden. „Ich habe versagt, ich weiss. Ich habe nur noch mehr Fragen, die beantwortet werden müssen. Wer hat den Brand gelegt?“, fragte sie ihn. Eine Frau sah sie an. „Vermutlich die Wandler, genaues wissen wir nicht.“, sagte sie. „Das stimmt nicht. Es kann gar nicht sein.“, erklärte eine Stimme hinter Florence. Es war Hank. Sofort sprangen einige Émry Myts auf und wollten Hank festhalten. Alle waren angespannt, man konnte keinem mehr trauen. Jeder könnte ein verräter sein. Florence rief: „Ihr könnt ihm trauen, er ist ein Freund.“ , sie sah Hank auffordernd an. Er holte eine Karte aus seiner tasche hervor. „Das hier ist eine Karte des Waldes. Das hier“, er deutete in die Mitte, „Ist Tyts.“, er fuhr mit dem Finger in Südliche Richtung.“, hier war das meiste verbrann und der Rauch wurde zunehmend beissender. Das feuer wurde hier in diesem umkreis“, er beschrieb einen Bogen, “gelegt. Ich bin mir ziemlich sicher. Ein Mensch wäre dem Feuer nicht entkommen, wenn er von der stadt weggelaufen wäre. Er kann nur in den Norden gelaufen sein. Nach Tyts.“ Das alles klang plausibel. Die einzige Frau dwes Rates kniff die Augen zusammen. „Das klingt vielleicht plausibel, aber es ist sehr unlogisch.“, sie deutete auf mehrere Stellen. Hier und hier und hier hätte das Feuer ebenfalls gelegt worden sein.“, Hank schüttelte abwehrend den Kopf. „Nicht möglich. Hier und hier wäre der Brandstifter verloren gewesen. Der Wind drehte einige Male nach Norden, darum breitete sich das feuer kreisförmig aus. Sogar sehr schnell. Ich gebe einem schnellen Sprinter 10 Minuten. Und von den Zwei stellen ist es sehr unwahrscheinlich. Und dort“, er deutete auf die dritte von der Frau benannte Stelle, „Sind die Bäume zu dicht. Es kann nur dort gewesen sein.“, erklärte er. Nun war auch die Frau überzeugt. Trotzdem sah sie Hank misstrauisch an. „Aber was nützt es uns, zu wissen, wo das Feuer gelegt wurde? Ich habe versagt und damit das Ende der Menschheit besiegelt!“, stöhnte Florence. Eine stimme hinter ihr riss sie aus ihrem Selbstmitleid. Sie hatte diese Stimme gehasst, doch nun war sie zum einen überrascht, zum anderen verwirrt und irgendwie auch auf eine seltsame Art und weise fröhlich, sie zu hören. „Es gibt noch eine Möglichkeit.“, stellte er fest. Florence drehte sich herum. Diese schwarzen, langen Haare, die uniform mit dem roten Blitz. Es war klar. Er war keine Einbildung. Dieser Mann, der da vor ihr stand war... „Ékrats!“ Er sah sie mit einem herablassenden Blick an. Sie sah, peinlich berührt weg. Der stolze Tzolbtilb Myts hatte sich überhaupt nicht verändert. Florence sah ihm wieder trotzig in die Augen. „Was machst du hier?“, fragte sie ihn. „Ich war schwer verletzt, darum musste ich nach Tyts zurückkehren. Die anderen wollten London noch vor den Wandlern erreichen. Sind sie...?“, fragte er Florence. Sie nickte. Der Rétoél beendete das Schweigen. „Du sagtest, es gäbe noch eine Möglichkeit. Warum weiß ich nichts davon?“ Ékrats lachte grimmig. „Weil du und dein fabelhafter Tyr die Chetessen in den Abgrund gestürzt hast. Du hast die Probleme verdrängt und darum konnten die Wandler so stark werden. Im Grunde bist DU Schuld, das wir jetzt hier stehen und darüber beraten, wie wir am wenigsten Verluste machen. Ein krieg ist unausweichlich.“, bellte er. Der Rétoél sah weg. Seine Augen glänzten vor Wut. „Wie kannst du es wagen?“, keifte er und wollte Ékrats am Kragen in die Luft heben. Doch Ékrats schlug ihm in den Nacken und der Anführer der Chetessen ging zu Boden. „Wieso vertraut ihr diesem Narren?“, fragte er die umstehenden. Er ist dumm und klein. Er hat das leben aller Menschen aufs Spiel gesetzt. Nennt ihr das Weise?“, fragte er die umstehenden. acht Menschen für die acht Stämme blickten ausdruckslos auf Ékrats. Der Anführer des Émry Myts zischte leise. „Du willst doch der Anführer sein, nicht wahr?“, fragte er. Ékrats schüttelte den Kopf. „Ich bin viel zu unentschieden für den Führungsposten. Aber wir sind nicht mehr nur neun Stämme. Wir sind wieder 10, der Réssyw Myts ist wieder zurückgekehrt. Es war doch früher Sitte, das Der Stamm mit den wenigsten Mitgliedern einen Anwärter auf das Rétoélsamt stellen konnte. Bis hierher war das der Tzolbtilb Myts. Doch nun ist es der Réssyw Myts. Die 8 Mitglieder des Tyr und der Rétoél sahen Ékrats erstaunt an. „Ich schlage Dés vor. Sie ist die älteste des Réssyw Myts und somit auch die erfahrenste.“, bevor Ékrats fortfahren konnte, unterbrach ihn Florence. „Wer ist Dés?“, fragte sie ihn verwirrt. Ékrats zog die Augenbrauen zusammen. „Sie ist doch mit euch hierher gekommen.“, äußerte Ékrats. „Seine Mutter.“, Ékrats deutete auf Hank. „Aber das ist doch Lyréssa!“, erklärte Florence. Schweigen. Ékrats riss die Augen weit auf. „Etwa DIE Lyréssa, diese alte Frau in The Oak? Das war Dés? Dann war sie schon da? Ich meine, ich...“, er verstummte. „Ich war schon so nah bei ihr... Ich... habe meine eigene Frau nicht erkannt.“, sagte er monoton. Florence sah Hank verwirrt an, dieser zog die Schultern unwissend hoch. Florence war nun endgültig verwirrt. Sie erinnerte sich, wie empfindlich Ékrats einmal auf eine einfache aussage von ihr reagiert hatte. . „Du weißt doch gar nicht wie es ist, jemanden zu verlieren, den man liebt.“ Hatte sie gesagt. „Doch! Das kann ich.“, hatte Ékrats gesagt. Florence musste an das unangenehme Gefühl zurückdenken, das sie danach verspürt hatte.
Florence keuchte: „Hank!“ er sah sie an. „Wenn Dés und Lyréssa ein und dieselbe Person sind....“, setzte Hank fort, „Dann ist Ékrats dein...“, stellte Florence erschrocken fest. Dann riefen sie gemeinsam: „VATER!“

Kapitel 17
Ékrats und Hank. Jetzt erst fiel Florence ihre Ähnlichkeit auf. Ihr wurde irgendwie übel. Trotzdem ließ sie sich nichts anmerken. „Ékrats!“, rief sie dem Mann zu, „Was ist es denn nun, was wir gegen die Wandler tun können?“ Ékrats drehte sich auf seinem Stiefelabsatz um. „Es gibt ein Artefakt, eine goldene Kugel, geschmiedet von einem lange vergessenen chetessenstamm. Er gelang in die Hände des Converters. Doch er konnte die Macht der Kugel nicht bändigen. Darum ließ er sie ins lyt sé daté werfen, einem schrecklichen Tal auf einer winzigen Insel im Mittelmeer. Ich weiß, das ist weit entfernt, aber ich kenne einen Weg euch schnell dorthin zu bringen.“, erklärte der schwarzhaarige Mann. Florence hob die Hände. „Moment mal, was kann diese Kugel eigentlich?“, fragte sie. „Sie kann den Ring des Converters, mit dem er Energie absorbieren kann, zerstören. Florence wurde plötzlich schwarz vor Augen, sie sah wieder ihre Träume, sah das Lyt sé daté, hörte die Stimmen, sah den Ring explodieren, die stimme wurde immer lauter. „Hattie“, rief eine Frauenstimme, „Komm zu mir!“, „Mutter?“, fragte sie und sah ihre Mutter vor sich. Geh in das Tal!“, die Kugel, der Ring, die Stimme, Ihre Mutter, eine Ruine, Lautes summen, ihr Kopf dröhnte, weiße milchige Schlieren, dann – Stille. „Hattie!“, rief ihre Mutter. „Wo bist du Florence?“, fragte sie. Mutter, ich bin hier! „Florence... Wach auf!“ Sie schlug die Augen auf. Besorgt beugten sich Hank und Andrew über sie. Auch die anderen Chetessen waren da. „Was war los?“, fragte Hank. Florence blinzelte. Ich habe das Tal gesehen. Und die Kugel. Und den Ring.“, erklärte sie. Hank half ihr wieder auf die Beine. „Ich...Ich sollte mir ein bisschen die Beine vertreten.“, stellte Florence fest. „Dann geht es mir bald besser.“, „Ich komme mit dir.“, bot sich Hank an. Florence schüttelte den Kopf. „Nein, lieber nicht.“, dann verließ sie den Großen Saal und ließ die anderen mit vielen fragen zurück.

Nach längerer Zeit, kam Florence zurück. Er Gesicht hatte wieder Farbe bekommen und der Rétoél und der Rest des Tyr saß wieder auf den Stühlen hinter dem Tisch. Andrew, Hank und Ékrats standen in der Mitte des Raumes und flüsterten leise miteinander, als Florence den Raum betrat, sah der Tyr von seinen Papieren auf und Hank und Andrew drehten sich zu ihr um. „Ah, Florence, schön, dich wieder zu sehen. Wir waren gerade dabei, ein Team aufzustellen, dass dich und Hank ins Lyt sé daté begleitet.“, erklärte der noch-rétoél mit einem lächeln im Gesicht. Er versuchte wieder, in ihren Kopf einzudringen, doch dieses mal funktionierte es gar nicht. Florence lachte. Dann kniff sie die Augen zusammen und sah den Mann schelmisch grinsend an. „Versuch es erst gar nicht.“ Verdammt, dachte der Rétoél. Er sprang auf, warf seinen Stuhl zurück und rief: „Tötet sie! Sie ist ein Dschat!“ Die Tzolbtilb Myts sprangen sofort herbei und versuchten, mit Speeren auf Florence einzuschlagen, als sie sich bereits verwandelte. Die Ohren bewegten sich nach oben, die Haare an Armen und Beinen wuchsen, die Augen wurden kleiner und runder, das Gesicht runder. Die Nase fuhr nach Oben und drehte sich dabei. Florence wuchs und wuchs. Die Füße wurden kürzer, die Beine stämmiger. Krallen wuchsen ihr und mit den wachsenden, gelblichen Zähnen war die Verwandlung abgeschlossen. Der Bär duckte sich, Brüllte und schlug mit den Pranken auf die Speere ein. Sie brachen entzwei und die Soldaten hatten nur noch die Stäbe in der Hand. Der eine fing erbärmlich an zu schreien und wollte fliehen, als eine der mächtigen Pranken des Bären auf ihn herabfuhr und ihm das Rückgrat brach. Der andere biss die Zähne zusammen und stieß den Gesplitterten Holzstunk in den Bären. Dieser Schrie laut auf, als Blut aus der Wunde schoss. Der Bär brüllte noch einmal, dann ließ er sich auf den Soldaten fallen. Ein unangenehmes Knacken kündete vom Tot des Soldaten. Als der Bär aufstand, sah man, wie der verdrehte leblose Körper am Boden liegen blieb. Der Bär bäumte sich auf, dann ließ er sich auf alle Viere fallen und sprang in gewaltigen Sätzen auf den Rétoél zu. Der Rétoél hob die Hände, formte Gewitterwolken, peitschte dem Bär Wasser entgegen, doch er wich den einschlagenden Blitzen geschickt aus. Ein Rédniz Myts wollte Feuer auf ihn jagen, doch der Bär ergriff ihn mit den Tatzen und schleuderte ihn aus den riesigen Fenstern. Es klirrte und man hörte den abstürzenden Mann schreien. Andrew und Hank versuchten, den Bären zu fassen, doch er schleuderte sie weg. Der einzige Éfloh Myts, der Stamm mit dem Starken Panzer, warf sich todesmutig vor den Rétoél. „LAUF!“, brüllte er. Doch schon in diesem Moment flog der Éfloh Myts durch ein weiteres Fenster. Der Bär brüllte und hieb mit der Klaue auf den Rétoél. Ein Rétsulf Myts versuchte, den Bären hochzuheben, doch der Bär war schnell und ließ sich rückwärts auf ihn fallen. Ein Fiyl Myts, berühmt für die Schnelligkeit lief so schnell er konnte um den Bären herum. Dabei wurde er vom Anführer des Nykre Myts, des Wind Stammes, angeschoben. Die Taktik ging auf der Bär taumelte, als ihm schwindelig wurde. Dann verwandelte er sich erneut. Die Haare wurden zu Schuppen, der Körper wurde schmaler und länger, Der Kopf länger. Die Beine verschwanden, der Körper wurde nach hinten hin immer Dünner. Die Schlange glitt schnell durch den Fiyl Myts hindurch. Der bereits verletzte Rétoél sah die giftige Schlange nicht kommen. Sie schlängelte sich um ihn, kroch an seinen Beinen hoch, durch seinen Mantel und am Kragen wieder heraus. Am Hals angekommen biss sie ihn mit ihren scharfen Zähnen in die Hauptschlagader. Die Adern schwollen an, die Haut wurde bleich. Der Mann bekam keine Luft mehr. Er zuckte wild, als seine Nerven zuckten. Er fasste sich an den Hals, Schaum lief aus seinem Mund die Augen wurden glasig. Er schrie noch einmal auf. Die Schlange war bereits am Fenster, die Schuppen wurden zu Federn, Arme wuchsen ihr, Der Kopf krümmte sich nach vorne. Der Schnabel klackte und Der Adler flog davon. Die überlebenden des Attentats sahen dem Stolzen Vogel noch nach, der mit gewaltigen Schwingen davon flog, tief in das Herz des Waldes.

Als die Trompeten vom Tot des rétoél berichteten, wusste Florence, das es zu spät war. Sie sass gefesselt und geknebelt in einer Baufälligen Hütte am rande der Stadt. Wenn sie schrie, wurde sie nicht gehört, vor allem, weil sie geknebelt war. Die Fesseln schnitten ihr ins Fleisch. Die Tränen liefen ihr über das Gesicht. Sie hatte eine Platzwunde am kopf und an den Armen und Beinen. Alles tat ihr weh, Luft holen war beinahe unmöglich. Ihr wurde abwechselnd heiß und kalt. Wieso rutschte sie von einer Gefahr in die Nächste? Von will geschlagen floh sie, wird fast von einer Kutsche erschlagen, dann fast von Soldaten gekillt, verliert ihr Kind, wird von Wandlern angegriffen und verprügelt, entkommt knapp einem Feuer und dann wird sie noch in eine Hütte eingesperrt, ohne den Tod des Rétoél zu verhindern. Klar, er wäre eh nicht mehr lange anführer gewesen, aber dieser Schlag würde die Psyche der Chetessen stark schädigen und ihnen alle Hoffnung nehmen. Verdammt, warum war sie nur in diese Falle getappt? Sie hasste sich dafür. Selbst wenn sie jetzt die Kugel finden würde, niemals würden die chetessen mehr stark genug sein. Wenn schon ein Dschat alleine die mächtigsten Chetessen überrumpeln und einige von ihnen sogar töten konnten, wie sollten sie dann gegen eine armee von ihnen ankommen? Das Florence und Hank gegen die anderen Wandler denen sie begegnet waren überlebt hatten, war mehr Glück als verstand gewesen. Floirence versuchte, durch handbewegungen von den Fesseln los zu kommen, doch es wollte ihr nicht gelingen. Die Füsse waren an eisernen Ketten mit der Wand festgemacht. Ohne einen Schlüssel wurde sie da nicht raus kommen. Aber die Fesseln... Sie drehte und schob, aber es half nichts. Dann kam ihr eine Idee. Sie zog Wasser aus dem Boden und pumpte sie in die Fesseln. Diese lockerten sich ein wenig, aber nicht genug um heraus zu kommen. Sie Fluchte und schlug mit den Gefesselten Händen gegen den rauen Putz der wand. Sie musste weinen, denn sie bekam plötzlich panik. Wieder und wieder versuchte sie, die Fesseln zu lösen, ohne erfolg. Dann bekam sie Panik, denn jemand betrat das Haus. Es war wieder der grauharige Mann von eben, der sie nieder geschlagen hatte. In der Hand hatte er ein Messer. Er kam auf sie zu, beugte sich zu ihr herab und flüsterte ihr ins Ohr: „Na, süße? Hast du es gehört? Der Rétoél ist tot. Du hast schon wieder versagt, Florence. Oder soll ich Hatie zu dir sagen. Bei der erwähnung ihres alten namens spuckte Florence dem Mann ins gesicht. „Wer bist du?“, keifte sie. „Man nennt mich Ida.“, stellte sich der Mann vor. Und du bist nur ein kleines schwaches Mädchen.“ Er hielt ihr das Messer an die Kehle. „Und du musst jetzt sterben.“, flüsterte der mann. Florence wollte nach ihm treten, aber die Ketten hielten sie fest. Sie wollte einen Schild aus Wasser formen, doch als Ida den Schild berührte, fiel er bereits, zu Florence erstaunen, zusammen. „Das ist dein...“, Ida betonte jedes Wort, „End...“, plötzlich sprang ein junger mann von hinten auf Ida zu und riss ihn von Florence weg. Er hatte buschiges blondes Haar und einen Dreitagebart. Er hatte mehrere Narben auf dem Gesicht. Zwei über dem rechten Auge und noch eine Quer über dem Linken Lid. Eine vierte Narbe schnitt ihm über Die Lippen. Er war Muskulös, muskulöser als Hank, dessen Muskeln man erst sehen konnte, wenn er kein Oberteil trug, er hatte sogar mehr Muskeln als Andrew. Daraus folgerte Florence, das es sich um einen Éemry Myts handeln musste. Seine blauen Augen funkelten streitlustig und er Trug eine Uniform mit einem Schwert darauf. Ida hatte sich aus den Armemn des jungen Kriegers winden können und wollte mit dem Messer ausholen. Der Éemry Myts duckte sich, drehte sich dabei um die eigene Achse und fuhr dann nach oben, die Faust geballt. Der Schlag schleuderte Idas Handgelenk aus seiner fassung, es knackte und Ida schrie, er versuchte, die Finger gegeneinander zu schlagen, um sich zu Wandeln, doch alle Kraft war aus seinen Fingern gewichen, darum stürmte er mit einem gewagten Sprung aus dem Fenster. Der Éemry Myts folgte ihr. Ida lief einmal um das Haus herum, der Krieger folgte ihm. Als er um die Ecke bog, war der Wandler leider schon verschwunden. Aus dem Haus hörte er Florence rufen: „Hallo? Ich wäre dir Dankbar, wenn du mich befreien würdest.







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